Pride Month 2018: Die Transsexualität und ich

Heute ist nicht nur Donut Day, sondern auch der Beginn der Pride Month! Nun, was ist diese Pride Month eigentlich und warum wird sie so gefeiert? Und was habe ich damit zu tun?

Nun… wenn du zur LGBTQA+ Community gehörst, dann wird der der Begriff “Pride” schon bekannt sein. In den letzten Jahren ist aufgrund dieser Tatsache eine Menge passiert: Ehen gleichgeschlechtlicher Parteien ist legalisiert worden, Pride Parades kommen zustande. Wir wollen zeigen dass wir existieren und normale Menschen sind. Doch immer wieder gibt es Leute die behaupten dass Leute aus der LGBTQA+ Community nicht mormal sind, “krank” sind und deswegen ungerecht behandelt werden sollen.

Doch das ist ein anderer Punkt, über den ich erzählen will. Diesen Monat werde ich jeweils einmal in der Woche was über die Pride Month schreiben, wie sie mich zu dem Menschen gemacht hat, den ich jetzt bin und wie ich dazu stehe.

Ich weiß was jetzt kommt: “Du hast dich nie über deine Transsexualität geäußert, warum sprichst du es jetzt an?”  — ganz einfach, weil es bis vor Jahren noch ein Tabu-Thema war, über das ich nicht gerne berichten wollte.

In meiner Familie gibt es sowas wie Transsexualität nicht wirklich bzw wurde nicht angesehen. Ich hatte allerdings mit Dysphorie schon zu kämpfen als ich 16 war und dachte es sei zuerst nur eine Phase… was es eigentlich auch war. Ich denke, seit ich 19 war fing ich wirklich an über meinen Körper nachzudenken und wie ich mich sehe. Ich habe aufgehört Kleider zu tragen, weil ich mich nicht wohl darin fand und selbst jedes feminin aussehende Oberteil war für mich die Hölle.

Mit 20 habe ich angefangen meine Haare nur noch kurz zu tragen. Nicht nur weil lange Haare angefangen haben mich zu nerven, sondern weil ich mich deutlich wohler damit fühlen konnte. Darüber hinaus gingen auch wieder die Dysphorie-Anfälle weiter.

Ich habe angefangen meine Brüste zu hassen und wollte sie verdecken. Doch ein richtiger Binder kostete und ich hatte nicht immer das Geld. Immer diese Leute die sagen “deine Oberweite ist doch ok!”, denen sage ich nur dass es nicht um die Oberweite geht sonder ganz einfach dass ich Brüste habe. Das ist das Problem, nicht die Größe. Oder man kriegt Sachen zu hören “Also es gibt Menschen die würden sich freuen eine Oberweite wie deine zu haben!” — nicht mein Problem, macht die Sache auch nicht besser.

Erst im Jahre 2016 fing ich an auf weibliche Pronomen im Internet zu verzichten. Warum nur im Internet und nicht IRL? Ganz einfach: Aus Angst. Ich werde keine Hormontherapie machen, sobald ich nicht psyschich vorbereitet bin. Ich brauche erst ein sauberes Umfeld, eine eigene Wohnung, einen Ort zum Wohlfühlen. Und den habe ich leider noch nicht.

Im Internet ist es einfach: Die Leute akzeptieren mich wie ich bin und stellen keine Fragen. Selbst wenn einige mich IRL sehen würden, würden sie mich auch mit männlichen Pronomen ansprechen. Sie haben mich immerhin so kennen gelernt.

Immer noch gibt es Leute IRL die mich mit weiblichen Pronomen ansprechen und ich finde das okay. Ich bin immerhin “Closeted Trans”, ich habe meinen weiblichen Körper aber ich denke und fühle wie ein Mann. Dies wird auch für’s erste so bleiben bis ich offiziell starte eine Hormontherapie anzufangen.

Mein Ziel ist es auszuziehen und einen richtigen Binder zu kaufen, bevor ich weiter Maßnahmen ergreife. Eine Hormontherapie ist kein Zuckerschlecken und ich muss immerhin auch bereit sein.

Ich weiß, es klingt ein wenig kompliziert aber falls es Fragen gibt, dann fragt ruhig. Ich versuche sie zu beantworten!

Bis zum nächsten Post!

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